Recalbox

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Recalbox
Version 7.2.1-Reloaded
Aktiv
Emuliert diverse Systeme
Webseite recalbox.com
Source Code Github

Recalbox ist freies, quelloffenes Betriebssystem, das eine Vielzahl von vorinstallierten Emulatoren für zahlreiche Systeme (u.a. über RetroArch/Libretro) sowie ein eigenes Frontend (EmulationStation) zur Verfügung stellt.

Hardware

  • Raspberry Pi (unterstützte Modelle: 1, 2, 3, 4 / 400, Zero, Zero W/WH), die beste Performance liefert ein Raspberry Pi 4 / 400
    • Alternativ werden auch die Architekturen Odroid XU4/XU4Q sowie PC x86 (32 Bit)/x64 (64 Bit) unterstützt
  • USB-Netzteil (5.1V/3A den Pi 4, sonst 5V/2,5A empfohlen) mit USB auf Micro-USB-Kabel
  • MicroSD-Karte (16 GB oder mehr empfohlen), Pi B benötigt eine normale SD-Karte, bzw. eine MicroSD-Karte mit Adapter
  • HDMI-Kabel (alternativ 4-poliger Klinken-Stecker auf 3x Cinch)
  • Raspberry Pi-Gehäuse (optional, aber empfohlen)
  • USB-Controller, alternativ z.B. einen PS3-Controller mit Bluetooth-Dongle

Darüber hinaus wird ggfs. noch benötigt:

  • Wifi-Dongle oder Netzwerkkabel (Pi Zero W/3/4 verfügen über eine eingebaute WLAN-Schnittstelle)
  • MicroSD-Kartenleser (sofern PC/Laptop nicht über einen eigenen Kartenleser verfügen)
  • MicroSD-Adapter (sofern der Kartenleser kein MicroSD unterstützt)
  • Tastatur / Maus (Einrichtung alternativ auch per SSH möglich)

Teilweise wird die benötige Hardware auch in Kits/Sets angeboten.

Installation

Für Einsteiger stellt die im folgenden beschriebene Installation über eine SD-Karte die einfachste Variante dar. Alternativ kann Recalbox auch auf einem USB-Stick oder einer Festplatte installiert werden.

Download

Die für das ausgewählte System benötigten Dateien können auf der offiziellen Downloadseite heruntergeladen werden:

Die Installation kann über den Raspberry Pi Imager (verfügbar für Windows, Linux und macOS) erfolgen, alternativ ist auch eine separater Download der Image-Dateien möglich.

Raspberry Pi Imager

Der Raspberry Pi Imager kann Recalbox automatisch herunterladen und auf einer SD-Karte installieren.

Nach der Installation des Tools kann über CHOOSE OS zunächst Recalbox und dann die passende Version (z.B. Pi 4/400) ausgewählt werden. Im zweiten Schitt muss die gewünschte SD-Karte ausgewählt werden, dann kann der Installationsprozess über WRITE gestartet werden.

Installation über Image-Datei

Die heruntergeladene Datei mit der Endung .xz muss zunächst entpackt werden (z.B. mit dem kostenlosen Tool 7-Zip), um die Image-Datei mit der Endung .img zu erhalten.

Die heruntergeladene und entpackte Image-Datei muss nun auf die SD-Karte geschrieben werden. Dazu können beispielsweise die kostenlosen Tools Win32DiskImager oder Etcher verwendet werden. Innerhalb des jeweiligen Tools muss die Image-Datei als Quelle und die SD-Karte als Ziel ausgewählt werden.

Hinweis: Unter Windows ist die so erstellte Partition auf der SD-Karte nicht sichtbar, da ein Linux-Dateisystem verwendet wird. Über Netzwerkfreigaben ist später ein Zugriff auch direkt von einem Windows-Rechner aus möglich.

Die beschriebene Karte kann nun aus dem Kartenleser entfernt und in den Raspberry Pi eingesteckt werden. Nachdem der Pi über das Micro-USB-Kabel mit dem Stromnetz verbunden wurde, wird Recalbox automatisch gestartet. Vorher sollten ebenfalls noch Bildschirm und Tastatur/Controller angeschlossen werden.

Controller einrichten

Teilweise werden Controller von Recalbox ohne weitere Konfiguration unterstützt (z.B. XBOX360 USB-Controller). Um einen PS3-Controller zuzuordnen muss der Controller zunächst an den USB-Anschluss angeschlossen werden. Nach 10 Sekunden kann der Controller getrennt und über die PS-Taste eine drahtlose Verbindung hergestellt werden.

Um sonstige USB-Controller einzurichten, muss über die Start-Taste (sofern bereits ein Controller konfiguriert wurde, sonst über die Eingabetaste auf der Tastatur) das Menü Controllers settings aufgerufen und dort den Anweisungen gefolgt werden. Im nächsten Fenster werden der Reihe nach die verfügbaren Buttons angezeigt. Durch Drücken des jeweiligen Knopfes am Controller werden die Tasten zugeordnet. Falls für eine Funktion kein Button auf dem Controller vorhanden ist, kann die Zeile durch Drücken und halten eines beliebigen Knopfes übersprungen werden.

Der sogenannte Hotkey-Button aktiviert in Kombination mit anderen Tasten bestimmte Zusatzfunktionen für einige Emulatoren (Libretro-Cores):

  • Hotkey+Start: Emulator beenden
  • Hotkey+Right Shoulder: Savestate speichern
  • Hotkey+Left Shoulder: Savestate laden
  • Hotkey+Right: Savestate-Speicherplatz erhöhen
  • Hotkey+Left: Savestate-Speicherplatz verringern
  • Hotkey+X: Menü aufrufen
  • Hotkey+B: Reset

Bei Xbox 360 und Xbox One-Controllern ist die Hotkey-Taste der Home-Taste zugeordnet, bei PS3/PS4-Controllern der PS-Taste. Für anderen Controller wird empfohlen, den Select-Button als Hotkey auszuwählen.

Sprache einstellen

Vom Hauptbildschirm aus kann über die Start-Taste das Menü System settings aufgerufen werden. Über den Menüpunkt SPRACHE kann die gewünschte Sprache ausgewählt werden. Recalbox wird anschließend automatisch neu gestartet und nach dem Start die Benutzeroberfläche in der der ausgewählten Sprache angezeigt.

Daten übertragen

Nach der Konfiguration des Controllers wird der Hauptbildschirm von EmulationStation angezeigt. Systeme werden hier erst angezeigt, wenn mindestens ein Spiel (ROM) vorhanden ist.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die benötigten Daten zu übertragen, die im Folgenden dargestellt sind. Nach dem Übertragen der Daten muss EmulationStation neu gestartet werden (über das Start-Menu), damit die neuen Dateien eingelesen werden können.

Netzwerk / Samba

Unter Windows sollten im Explorer unter dem Punkt Netzwerk freigegebene Ordner angezeigt werden. Zu Zugriff ist auch durch die Eingabe von \\recalbox in der Adressleiste möglich. Die ROMs können dann direkt im Ordner \\recalbox\roms in das Unterverzeichnis des jeweiligen Systems kopiert werden (z.B. PlayStation-Spiele in den Ordner \\recalbox\roms\psx).

Weitere Hinweise

WLAN einrichten

Sofern der Raspberry Pi nicht per Netzwerkkabel angeschlossen wurde, kann auch eine WLAN-Verbindung eingerichtet werden (je nach Version des Raspberry Pi über einen Wifi-Dongle bzw. die integrierte Wifi-Schnittstelle). Empfehlenswert ist hierzu die Verwendung einer Tastatur.

Aktiviert werden kann die Verbindung im Start-Menü des Hauptbildschirms von EmulationStation und den Punkt Network settings. Enable WiFi muss auf "On" gesetzt werden, über WiFi SSID kann das WLAN-Netzwerk ausgewählt werden, das entsprechende Passwort wird unter WiFi Key eingegeben. Wenn die Verbindung erfolgreich hergestellt wurde, werden im Menü die aktuelle IP-Adresse sowie der Netzwerkname (SSID) angezeigt.

Scraper

Durch einen sogenannten Scraper können zusätzliche Informationen zu den installierten Spiele (z.B. Metadaten und Boxart) aus dem Internet heruntergeladen und innerhalb von EmulationStation angezeigt werden.

Am einfachsten ist die Verwendung des integrierten Scrapers, der über das Start-Menu gestartet werden kann. Dieser greift wahlweise auf die Quellen TheGamesDB oder ScreenScraper zu. Nach der Auswahl der Quelle können die gewünschten Systeme ausgewählt werden sowie wahlweise Daten für alle Spiele oder nur für Spiele mit fehlenden Daten gesucht werden. Für jedes Spiel werden dann die gefundenen Informationen angezeigt und können bestätigt oder übersprungen werden. Wenn die Suche bei einem Titel mehrere Treffer ergeben hat, kann die passendste Alternative ausgewählt werden. Wurden für einzelne Titel keine Daten gefunden, lohnt es sich in der Regel den Scraper mit einer anderen Quelle noch einmal zu starten.

SSH-Zugriff

Standardmäßig ist ein Zugriff per SSH auf Recalbox über den Benutzer root und das Passwort recalboxroot möglich.

Shader

Über sogenannte Shader gibt es die Möglichkeit die Darstellungsqualität auf modernen Bildschirmen zu verbessern (z.B. durch rescaling), oder die Ausgabe auf einem Röhrenfernseher zu simulieren. Aktiviert werden können die Shader im Start-Menü des Hauptbildschirms über den den Punkt Games settings. Dort können die Einstellungen global für alle in Recalbox enthaltenen (Libretro-)Emulatoren vorgenommen werden, bei Bedarf sind aber auch Einstellungen nur für bestimmte Spiele oder Systeme möglich.

Weblinks