RetroPie

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RetroPie
Version 4.7.1
Aktiv
Plattform Linux
Emuliert diverse Systeme
Webseite retropie.org.uk
Source Code Github

RetroPie ist eine Linux-Distribution auf der Basis von Raspbian für den Raspberry Pi, die eine Vielzahl von vorinstallierten Emulatoren für zahlreiche Systeme (u.a. über RetroArch/Libretro) sowie ein eigenes Frontend (EmulationStation) zur Verfügung stellt.

Hardware

  • Raspberry Pi (unterstützte Modelle: A, A+, B, B+, 2, Zero, Zero W/WH, 3, 4 / 400), die beste Performance liefert ein Raspberry Pi 4 / 400
  • USB-Netzteil (5.1V/3A den Pi 4, 5V/2,5A für den Pi3, sonst 5V/2A) mit USB auf Micro-USB-Kabel
  • MicroSD-Karte (mindestens 4 GB empfohlen), Pi A/B benötigen eine normale SD-Karte, bzw. eine MicroSD-Karte mit Adapter
  • HDMI-Kabel (alternativ 4-poliger Klinken-Stecker auf 3x Cinch)
  • Raspberry Pi-Gehäuse (optional, aber empfohlen)
  • USB-Controller

Darüber hinaus wird ggfs. noch benötigt:

  • Wifi-Dongle oder Netzwerkkabel (Pi Zero W/3/4 verfügen über eine eingebaute WLAN-Schnittstelle)
  • MicroSD-Kartenleser (sofern PC/Laptop nicht über einen eigenen Kartenleser verfügen)
  • MicroSD-Adapter (sofern der Kartenleser kein MicroSD unterstützt)
  • Tastatur / Maus (Einrichtung alternativ auch per SSH möglich)

Teilweise wird die benötige Hardware auch in Kits/Sets angeboten.

Installation

Für Einsteiger stellt die im folgenden beschriebene Installation über eine SD-Karte die einfachste Variante dar. Alternativ kann RetroPie auch direkt auf einem bereits bestehenden System installiert werden.

Download

Derzeit gibt es drei separate Versionen für den Pi Zero/1, den Pi 2/3 sowie den Pi 4. Die benötigten Image-Dateien können auf der offiziellen Downloadseite heruntergeladen werden:

Die heruntergeladene Datei mit der Endung .gz muss zunächst entpackt werden (z.B. mit dem kostenlosen Tool 7-Zip), um die Image-Datei mit der Endung .img zu erhalten.

Beschreiben der SD-Karte

Die heruntergeladene und entpackte Image-Datei muss nun auf die SD-Karte geschrieben werden. Dazu können beispielsweise die kostenlosen Tools Win32DiskImager, Etcher oder Raspberry Pi Imager verwendet werden. Innerhalb des jeweiligen Tools muss die Image-Datei als Quelle und die SD-Karte als Ziel ausgewählt werden.

Hinweis: Unter Windows ist die so erstellte Partition auf der SD-Karte nicht sichtbar, da ein Linux-Dateisystem verwendet wird. Über Netzwerkfreigaben ist später ein Zugriff auch direkt von einem Windows-Rechner aus möglich.

Die beschriebene Karte kann nun aus dem Kartenleser entfernt und in den Raspberry Pi eingesteckt werden. Nachdem der Pi über das Micro-USB-Kabel mit dem Stromnetz verbunden wurde, wird RetroPie automatisch gestartet. Vorher sollten ebenfalls noch Bildschirm und Controller angeschlossen werden.

Wird beim Starten der Fehler Illegal Instruction angezeigt, oder nur die Kommandozeile gestartet, dann wurde vermutlich die falsche Image-Datei heruntergeladen, bzw. es ist ein Fehler beim Entpacken oder Beschreiben der SD-Karte aufgetreten.

Controller einrichten

Nach dem ersten Start zeigt RetroPie ein Fenster mit den erkannten Controllern an. Durch das Drücken und Halten eines Knopfes am jeweiligen Controller kann dieser nun konfiguriert werden.

Im nächsten Fenster werden der Reihe nach die verfügbaren Buttons angezeigt. Durch Drücken des jeweiligen Knopfes am Controller werden die Tasten zugeordnet. Falls für eine Funktion kein Button auf dem Controller vorhanden ist, kann die Zeile durch Drücken und halten eines beliebigen Knopfes übersprungen werden.

Der sogenannte Hotkey-Button aktiviert in Kombination mit anderen Tasten bestimmte Zusatzfunktionen für einige Emulatoren (Libretro-Cores):

  • Hotkey+Start: Emulator beenden
  • Hotkey+Right Shoulder: Savestate speichern
  • Hotkey+Left Shoulder: Savestate laden
  • Hotkey+Right: Savestate-Speicherplatz erhöhen
  • Hotkey+Left: Savestate-Speicherplatz verringern
  • Hotkey+X: RetroArch-Menü aufrufen
  • Hotkey+B: Reset

Es wird empfohlen, den Select-Button als Hotkey auszuwählen.

Daten übertragen

Nach der Konfiguration des Controllers wird der Hauptbildschirm von EmulationStation angezeigt. Systeme werden hier erst angezeigt, wenn mindestens ein Spiel (ROM) vorhanden ist.

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten, die benötigten Daten zu übertragen, die im Folgenden dargestellt sind. Nach dem Übertragen der Daten muss EmulationStation neu gestartet werden (über das Start-Menu), damit die neuen Dateien eingelesen werden können.

USB

Hierzu benötigt man einen USB-Stick, der mit dem Dateisystem FAT32 oder NTFS formatiert wurde. Mit diesem Stick müssen die folgenden Schritte ausgeführt werden:

  • Ordner retropie auf dem USB-Stick anlegen
  • USB-Stick in den Raspberry Pi einstecken und warten (ca. 30 Sekunden), bis die LED nicht mehr blinkt
  • USB-Stick entfernen und in einen Computer einstecken
  • ROMs im neu angelegten Ordner retropie\roms in das Unterverzeichnis des jeweiligen Systems kopieren (z.B. Game Boy Advance-Spiele in den Ordner retropie\roms\gba)
  • USB-Stick wieder in den Raspberry Pi einstecken und kurz warten

Netzwerk / Samba

Unter Windows sollten im Explorer unter dem Punkt Netzwerk freigegebene Ordner angezeigt werden. Zu Zugriff ist auch durch die Eingabe von \\retropie in der Adressleiste möglich. Die ROMs können dann direkt im Ordner \\retropie\roms in das Unterverzeichnis des jeweiligen Systems kopiert werden (z.B. PlayStation-Spiele in den Ordner \\retropie\roms\psx).

SFTP

Für eine Datenübertragung per SFTP muss zunächst der SSH-Zugriff aktiviert werden (siehe Beschreibung unten). Als Tools können z.B. WinSCP (Windows) oder Cyberduck (Mac) verwendet werden.

  • Host: retropie (bzw. die IP-Adresse des Raspberry Pi)
  • Port: 22
  • Standard-Benutzername: pi
  • Standard-Passwort: raspberry

Weitere Hinweise

WLAN einrichten

Sofern der Raspberry Pi nicht per Netzwerkkabel angeschlossen wurde, kann auch eine WLAN-Verbindung eingerichtet werden (je nach Version des Raspberry Pi über einen Wifi-Dongle bzw. die integrierte Wifi-Schnittstelle). Empfehlenswert ist hierzu die Verwendung einer Tastatur.

Aktiviert werden kann die Verbindung im RetroPie-Menü des Hauptbildschirms von EmulationStation. Dort muss der Punkt WIFI ausgewählt werden. Über 1 Connect to WiFi network kann im Folgenden das Netzwerk ausgewählt und über die Eingabe des Passworts eine Verbindung hergestellt werden (dauert ggfs. einige Sekunden). Wenn die Verbindung erfolgreich hergestellt wurde, werden im Menü die aktuelle IP-Adresse sowie der Netzwerkname (SSID) angezeigt.

Zusätzliche Emulatoren installieren

Standardmäßig sind in den RetroPie-Images eine Vielzahl von vorinstallierten Emulatoren für die populärsten Systeme enthalten. Es können aber auch jederzeit zusätzliche Emulatoren für andere Systeme bzw. als Alternative zu bereits vorhandenen Emulatoren installiert werden.

In EmulationStation muss dazu im RetroPie-Menü der Punkt RETROPIE SETUP ausgewählt werden. Im Bereich Manage packages können aus verschiedenen Kategorien neue Pakete installiert werden. Neben den Core- und Main-Paketen, die i.d.R. vorinstalliert sind, sind insbesondere noch die Kategorien Optional (stabil laufende Pakete) und Experimental (Entwicklungsversionen, die ggfs. noch instabil oder fehleranfälliger sein können) von Interesse. Durch die Auswahl im Menü können die gewünschten Pakete installiert bzw. deinstalliert werden.

Scraper

Durch einen sogenannten Scraper können zusätzliche Informationen zu den installierten Spiele (z.B. Metadaten und Boxart) aus dem Internet heruntergeladen und innerhalb von EmulationStation angezeigt werden.

Am einfachsten ist die Verwendung des integrierten Scrapers, der über das Start-Menu gestartet werden kann. Dieser greift wahlweise auf die Quellen TheGamesDB oder ScreenScraper zu. Nach der Auswahl der Quelle können die gewünschten Systeme ausgewählt werden sowie wahlweise Daten für alle Spiele oder nur für Spiele mit fehlenden Daten gesucht werden. Für jedes Spiel werden dann die gefundenen Informationen angezeigt und können bestätigt oder übersprungen werden. Wenn die Suche bei einem Titel mehrere Treffer ergeben hat, kann die passendste Alternative ausgewählt werden. Wurden für einzelne Titel keine Daten gefunden, lohnt es sich in der Regel den Scraper mit einer anderen Quelle noch einmal zu starten.

SSH-Zugriff aktivieren

Um den Zugriff über SSH zu aktivieren gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. Vor dem Booten: Uber einen Computer auf der SD-Karte im Verzeichnis \boot die leere Datei ssh (ohne Dateiendung) anlegen.
  2. Aus EmulationStation über das RetroPie-Menü und dort den Punkt RASPI-CONFIG. Im Bereich Interfacing options -> SSH kann SSH durch die Auswahl von Yes aktiviert werden. Anschließend sollte der Raspberry Pi neu gestartet werden.

Shader

Über sogenannte Shader gibt es die Möglichkeit die Darstellungsqualität auf modernen Bildschirmen zu verbessern (z.B. durch rescaling), oder die Ausgabe auf einem Röhrenfernseher zu simulieren. Aktiviert werden können die Shader über das RETROPIE SETUP (RetroPie-Menü) im Bereich Setup / Configuration -> Edit RetroPie/RetroArch Configurations. Dort können die Einstellungen global für alle in RetroPie enthaltenen (Libretro-)Emulatoren vorgenommen werden, bei Bedarf sind aber auch Einstellungen nur für bestimmte Spiele oder Systeme möglich.

Weblinks